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Intensivierungsgespräch



Kultusminister Schneider im Casiopeia-Interview

CASIOPEIA: Professor Rutz hat sich in seinem Festvortrag klar gegen das G8 ausgesprochen und dafür auch viel Beifall erhalten. Dennoch behaupten Sie, dass das achtjährige Gymnasium inzwischen allgemein akzeptiert sei

Ich kann nicht aus einer einzelnen Veranstaltung, aus einer einzelnen Meinung, eine allgemeine Stimmung ableiten. Insgesamt stellen wir in unseren Gesprächen fest, dass auch viele, die ursprünglich gegen die Einführung des achtjährigen Gymnasiums waren, diese Lösung akzeptieren. Im Moment geht es hauptsächlich darum, dieses 8-jährige Gymnasium so zu gestalten, dass die Qualität des Gymnasiums erhalten bleibt und noch verbessert wird.

Haben Sie das G8 schon immer unterstützt oder mussten Sie das Konzept von Ihrer Vorgängerin übernehmen?

Die Entscheidung ist nicht alleine von meiner Vorgängerin, Frau Hohlmeier, sondern in großer Übereinstimmung in der CSU-Landtagsfraktion getroffen worden. Dort war ich als bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion an dieser Entscheidung beteiligt.

Was sagen Sie dazu, dass der erhöhte Nachmittagsunterricht bei G8 weniger Freiraum für außerschulisches Engagement, wie das Orchester oder die Schülerzeitung, lässt?

Das neue G9, das geplant und bereit zur Umsetzung war, hätte eine Stundenzahl von 34 vorgesehen. Selbst wenn das G8 also nicht gekommen wäre, wäre in Abstimmung mit dem Verband der Gymnasiallehrer und der Landeselternvereinigung die Stundenzahl gestiegen, in der neunten, zehnten und elften Klasse bis zu 34 Stunden. Also wäre es auch ohne G8 zu einer stärkeren Belastung am Nachmittag gekommen.

Es wäre also mehr Stoff mit hineingenommen worden?

Nein, es hätte vor allem mehr Zeit zur Durchnahme zur Verfügung gestanden. Der neue Lehrplan wird derzeit in den Jahrgangsstufen 5 und 6 erprobt. Ich habe die Schulen darum gebeten, sich intensiv in den Fachschaften mit der Frage auseinanderzusetzen, ob dieser Lehrplan, der von Lehrkräften erarbeitet worden ist, nicht von der Politik, realistisch umzusetzen ist. Wenn er nicht realistisch umzusetzen wäre  - das wird auch auf der jeweiligen Ministerialbeauftragten-Ebene diskutiert - bin ich durchaus bereit, noch die eine oder andere Änderung vorzunehmen. Aber zunächst einmal muss diese Überprüfung vor Ort an den Schulen stattfinden.

Welche Änderungen am G8 sind denn jetzt noch konkret geplant?

In der Stundentafel habe ich den Schulen eine Option für die 5. und 6. Jahrgangsstufe gegeben. Das ist vor allem ein Thema im ländlichen Raum, um in der fünften Jahrgangsstufe Nachmittagsunterricht zu vermeiden, also auf 30 Stunden zu begrenzen, in der sechsten Jahrgangsstufe auf 32 Stunden. Hier können die Schulen eine der drei Intensivierungsstunden anders gestalten. Für die Schüler wird jeweils eine Stunde reduziert, aber die zwei frei werdenden Lehrerstunden werden beispielsweise dafür genutzt, in der Fremdsprache, in Deutsch oder in Mathematik Klassen zu teilen und dort intensiver zu arbeiten.

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