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Casiopeia: Hallo, Frau Strobel. Beginnen wir mit Ihrem Lebenslauf.
Ich bin am 18. Mai 1973 in Würzburg geboren. Aufgewachsen bin ich in einem Elternhaus, in dem ich in jeder Hinsicht volle Unterstützung erfahren habe. Im ganzen Dorf war ich als energiegeladener Feger bekannt. Und ich habe schon immer aus vollem Halse gesungen und bin johlend durchs ganze Dorf gelaufen. So haben auch meine Eltern immer gewusst, wo ich bin. Und wenn’s dann mal leise wurde, haben bei meinen Eltern sofort die Alarmglocken geklingelt. Ich war nämlich damals immer so ein kleiner Ausreißer und habe gerne mal kleinere Reisen unternommen.
Wie lange waren diese Reisen denn?
Naja, schon mal fünf Kilometer. Ich bin dann hurtig einfach losmarschiert, zu meiner Tante ins Nachbardorf.
Und wie alt waren Sie da?
Nun ja, diese kleinen Ausflüge habe ich im Alter von etwa drei Jahren begonnen. Ich war von Kindheit an unglaublich abenteuerlustig (und an meiner Abenteuer- und grenzenlosen Reiselust hat sich bis heute auch nichts geändert). Mit zehn Jahren schließlich, als ich aufs Gymnasium gekommen bin, habe ich die Leidenschaft für den Sport entdeckt, angefangen mit Turnen. Meine Erziehung am Gymnasium in Münsterschwarzach, einer Klosterschule, war streng, da die Anforderungen dort sehr hoch waren, aber es gab dort sehr viele reizvolle Angebote, so dass ich bis heute keinen Tag meiner Gymnasialzeit an dieser Schule missen möchte (Orchester, Chor , handwerklich-künstlerisches Gestalten, Tanztheater und eben auch Wettkampfsport stellen nur ein paar der Angebote innerhalb des dortigen Schullebens dar). Vor allem das Turnen und Voltigieren (= Turnen auf einem galoppierenden Pferd) waren an dem Gymnasium, an dem ich zur Schule ging, ganz groß geschrieben. Neben dem Schulturnen habe zudem in Turnzentren in Würzburg und schließlich in Nürnberg täglich bis zu 5 Stunden trainiert und habe natürlich auch an Wettkämpfen teilgenommen, zuerst auf deutscher, dann auf internationaler Ebene. Im Alter von 15 ½ Jahren habe ich mich leider so stark verletzt (Kapselverletzung am Fuß), dass ich drei Monate lang aus dem Trainingsfluss gerissen wurde. Weil ich anschließend ohne das nötige Aufbautraining wieder in den 5-Stunden-Trainingsrhythmus eingestiegen bin, habe ich mich gleich wieder verletzt und musste erneut aussetzen. Da war dann der Zug abgefahren, um im Turnen auf eine noch höhere Ebene zu gelangen. Da ich parallel zum Turnsport zudem ab meinem zehnten Lebensjahr voltigierte, habe ich mich schließlich entschieden, vom Turnen auf das Voltigieren umzusatteln, das an dem Gymnasium in Münsterschwarzach als Schulsport für alle Schülerinnen und Schüler im Nachmittagsunterricht angeboten wurde (und immer noch angeboten wird). Durch meine turnerische Ausbildung hatte ich meinen Mitstreitern gegenüber in diesem Sport einen großen Vorteil. Im Voltigieren war ich dann auch sehr erfolgreich, so dass ich 1992 - zu dieser Zeit absolvierte ich gerade mein Abitur - zum ersten Mal den WM-Titel im Voltigieren gewann, im folgenden Jahr holte ich den EM- sowie den WM-Titel ein weiteres Mal nach Deutschland und fiel 1994 bei meiner dritten Titelverteidigung leider vom Pferd. Meine Wettkampfkarriere im Voltigieren beendete ich 1994 nach einem vierten Platz bei den Weltmeisterschaften und dem anschließenden Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften. Das Beenden meiner Wettkampfkarriere hatte mit dem Sturz vom Pferd bei den Weltmeisterschaften jedoch nichts zu tun. Vielmehr wollte ich ab nun gerne das erleben, was mir in der Zeit des strikten Wettkampfsportes vorenthalten geblieben war: ein stinknormales Leben wie jeder andere Jugendliche auch. Mein Studium in Sport, Englisch und Französisch begann ich im Herbst 1992. Nach dem Beenden meiner Wettkampfkarriere packte mich endgültig das mir in die Wiege gelegte Reisefieber und ich gurkte in allen Herren-Ländern (mittlerweile 45 an der Zahl) herum, da ich zahlreiche Einladungen aus dem Ausland (USA, Canada, Südamerika, Australien, Neuseeland...) bekam, um dort stets 2 bis 4 Monate am Stück Lehrgänge im Voltigieren zu halten. Zudem studierte ich anderthalb Jahren lang in Amerika, um genau zu sein in Arizona.
Und wie fanden Sie das Studium in den Staaten?
Absolut genial. Ich kann nur jedem einzelnen meiner Schüler empfehlen, nein – sogar mehr – ans Herz legen, unbedingt einmal einen längerfristigen Auslandsaufenthalt zu planen. Die unglaubliche Bereicherung, die ich während all’ meiner Auslandsaufenthalte erfahren durfte, vermag ich kaum in Worte zu fassen. Und gerade durch die Konfrontation mit anderen, fremdländischen Kulturen lernt man immens hinzu. Natürlich muss man aber auch erst einmal begreifen, dass man sich von seiner eigenen Kultur ein Stück weit lösen muss, um andere Kulturen besser verstehen zu können und die Menschen in ihren Glaubens- oder kulturellen Strukturen nicht zu verletzen. So musste ich mich natürlich auch erst einmal mit den Regeln und spezifischen Eigenheiten des Campus-Lebens in den USA vertraut machen: Es war mir beispielsweise fremd, männliche Besucher in einem reinen Mädchen-Dorm (wie langweilig!) nicht auf mein Zimmer bitten zu dürfen, ohne diese persönlich 3 Stockwerke tiefer im Eingangsbereich des Wohnkomplexes abzuholen.
Wie sind Sie damit klar gekommen?
Nun ja – ich musste halt erst einmal einen tiefen Griff ins Klo landen, bevor ich begriff, dass in anderen Ländern eben andere Sitten herrschen, an die auch ich mich zu halten habe. Konkret heißt das, dass mich einmal ein Studienfreund in dem Dorm besuchte, den ich – ohne ihn im Eingangsbereich der Wohnanlage persönlich abzuholen – nach oben in mein Zimmer bat (drei lange Stockwerke Treppen hinunter.- und wieder hinaufzulaufen wollte ich mir halt sparen ...). Das führte dazu, dass die Ordnungshüter des Wohnkomplexes meinen Kumpel, der dummerweise wie von der Tarantel gestochen über mehrere Stockwerke hinweg in mein spartanisches Zimmer sauste, verfolgten...Kurze Zeit später stand ich dann vor dem Campusgericht und musste mich öffentlich dafür verantworten, dass ich einen Mann in mein Zimmer gebeten hatte, ohne ihn persönlich unten an der Pforte abzuholen. Solche Regeln waren für mich zunächst sehr fremd und ich musste mich erst daran gewöhnen. Im nachhinein habe ich allerdings verstanden, warum und wieso männlicher Besuch nicht so ohne weiteres und ohne Registrierung an der Pforte Mädchenzimmer aufsuchen durfte. Denn nicht selten habe ich heftige Eifersuchtsszenen mitbekommen, bei denen auch nicht immer Gewalt ausblieb...Außerdem wurden Saufparaden ohne Ende veranstaltet, die jungen Studentinnen und Studenten waren gerade mal 17 oder 18 Jahre alt, aus dem Elternhaus eben erst heraus, und haben sich dementsprechend verhalten. Aber jetzt erzähle ich nur negative Dinge über meinen Amerika-Aufenthalt, was den Kern meiner Erfahrungen in den USA jedoch überhaupt nicht widerspiegelt – denn die Ausbeute in jeder Hinsicht – ob im intellektuellen, emotionalen oder auch Abenteuer-geprägten Bereich waren einfach IRRE.
Trinken Sie Alkohol?
Nein, ich trinke und rauche nicht. Das liegt zum einen daran, dass ich im Wettkampfsport völlig ohne Alkohol aufgewachsen bin, zum anderen brauche ich auch keinen Alkohol, um Spaß zu haben und so richtig einen drauf zu machen. Allerdings bin ich auch kein kategorischer Gegner von Alkohol, solange in Maßen getrunken wird.
Welche Literatur lesen Sie persönlich am liebsten?
Mein Lieblingsbuch ist „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“ (lacht)
Kennt ihr das Buch? Da müsst ihr mal reinschauen, die Sprachgewalt ist unglaublich, und das Buch versprüht eine derart wuchtige Kreativität, dass ich manchmal beim Lesen fast meinte, selbst Käpt’n Blaubär zu sein... Nur werde ich leider nie 13 ½ Leben haben... Ansonsten lese ich viel englisch- und französischsprachige Literatur, Werke, die sich mit sozialkritischen Themen auseinander setzen und Bücher, die sich mit philosophischen und mythologischen Themen beschäftigen. Somit ist eines meiner ernsteren Lieblingsbücher „Siddharta“ von Hermann Hesse, da ich beim Lesen des Buches sehr viel über mich selbst und die Welt um mich herum erfahren habe.
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so doch und zwar ich^^ ich bin schon am ausarbeit ...
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Hey, ich finds auch schade, dass es mit dem Forum ...
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Herzlichen Glückwunsch an alle Beiteiligten zu de ...
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