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Das Perpetuum Mobile



Ein ewiges auf und ab...

„Perpetuum Mobile? Alles Utopie!", denkt sich der heutige Mensch. Dann kommt der Erfinder und meint: „Des is zwar a wenig hemdsärmelich, aber bin ich denn wirklich ein Spinner, wen ich mich mit diesem Thema noch ernsthaft beschäftige?“

Und er versinkt langsam in Gedanken und malt sich sein Traumgerät aus: „Eine Maschine, die immer läuft, ohne dass man sie antreibt. Sie muss nie aufgetankt werden und braucht auch keinen Strom. Sie erzeugt ihre Energie selbst und funktioniert auf diese Weise Stunde um Stunde, Tag um Tag – jahrelang!!“

Seit Jahrhunderten träumen die Menschen von einer Maschine, die ihnen Energie in unbegrenzten Mengen liefert. Der Begriff für ein solches Gerät ist allgemein bekannt, man nennt es PERPETUUM MOBILE.

Naturwissenschaftlich gesehen ist das Perpetuum Mobile hochinteressant, denn es illustriert zugleich das Streben nach Vervollkommnung einer unzulänglichen technischen Idee wie auch die damit einhergehende Entwicklung des Kraft- und Energiebegriffes der Physik. Sowie es sich aber gut anhört, funktioniert es aber leider nicht, obwohl sich schon zahlreiche Erfinder damit beschäftigt haben. Es gibt keine Leistung ohne Gegenleistung! Das ist ein unumgehbares physikalisches Gesetz. Eine Maschine braucht demnach Energie, um den Reibungswiderstand zu überwinden. Diese Energie kann nie von der Maschine selbst erzeugt werden. Man muss sie von außen zuführen.

Die Idee des Perpetuum Mobile stammt aus dem mittelalterlichen Orient, nicht aus der Antike, wie oft behauptet wird. Im 11. Jahrhundert schrieb der indische Mathematiker und Astronom Bhaskara: „Die Maschine dreht sich mit großer Kraft, weil das Quecksilber auf der einen Seite näher an der Achse ist als auf der anderen Seite.“ Offenbar erprobte er seine Idee nicht praktisch, wie viele andere Autoren und Denker. Doch das angegebene Konstruktionsprinzip zieht sich mit Abwandlungen von da an durch die Geschichte der Technik: Ein radförmiger Mechanismus, an dessen Umfang eine Anzahl mehr oder weniger komplexer, ihren Schwerpunkt verändernder Massen befestigt sind. Nach einmaligem Anstoßen soll sich das Rad für immer drehen, was jedoch unmöglich ist, da sich bereits nach kurzer Zeit ein Gleichgewicht einstellt. Auch die Entwürfe vieler späterer „Erfinder“ sollten nach diesem Schema funktionieren. Professor Bürger gab in seiner Kolumne im Spektrum der Wissenschaft vom Februar 2002 eine plausible Erklärung dafür, warum ein Perpetuum Mobile, einmal in Bewegung gesetzt, nicht von langem Bestand sein kann: „Falls nämlich die vorgesehenen Abnehmer der Energie die angebotene Leistung nicht in jedem Augenblick vollständig verbrauchen, speichert die Maschine die produzierte Energie in ihrer Bewegung oder ihrer Struktur, das heißt, sie beschleunigt und/oder erhitzt sich, wodurch sie am Ende schmelzen oder explodieren würde.“ Doch das muss nicht unbedingt so passieren, da die produzierte Wärme über die Luft nach außen abgeführt werden kann. 

 

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