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Wenn dem Autor dieses Artikels eine kleine Anmerkung zu Anfangs gestattet werden darf, erst beschließen und dann diskutieren erscheint mir weniger sinnvoll, aber wir leben ja auch nur in einer Demokratie.
Auf jeden Fall ging es dann mit 20-minütiger Verspätung wie nicht geplant um 18.20 Uhr los, verteten waren auf der einen Seite – schön auch optisch getrennt – Ministerialrat Götzel, OStR Florian, Ministerialrätin Poetke, Ministerialdirektor Erhardt und natürlich der Staatssekretär Freller, auf der anderen Seite in grün-gelb OStD Spachmann und der Ministerialbeauftragte Kappl.
Ebenfalls anwesend war auch noch Jürgen W. Heike, als Staatssekretär und Mikrochip-im-Bein-Träger bekannt-beliebt. Wer über den Mikrochip Bescheid wissen möchte, wende sich vertrauensvoll an Herrn StD Dr. Stadelmann, doch das nur nebenbei.
Nun begann also ein kurzer Informationsvortrag über die Ziele von G8, sprich das übliche Blabla, als Einstieg wurden die Anwesenden mit der Tatsache konfrontiert, dass die deutschen Akademiker zu alt seien – so ist man in England oder Frankreich schon mit 24 mit dem Studium am Ende. Natürlich ist hier die Berücksichtigung der Qualität Nebensache, allein Zeit scheint Geld zu sein.
Schon während dieses ersten kurzen Vortrags zeichnete sich bereits die Anti-G8-Haltung der Anwesenden ab, wurden doch einige Konzepte einfach nur mit einem abfälligen Lachen „kommentiert“. Vor allem Ministerialdirektor Erhardt durfte einiges einstecken und zeigte sich sichtbar irritiert dadurch. Vielleicht lag es auch daran, dass vor allem die Elternverbände ihre Hausaufgaben gemacht hatten und gut informiert zu der Veranstaltung erschienen waren, wahrscheinlich sogar zu gut, und sich deshalb nicht einfach mit irgendwelchen Standard-Phrasen abspeisen ließen.
Als großes Heilmittel für die ohnehin nicht kranken bayrischen Schüler wurden vor allem das neue Fach „Natur und Technik“ und die „Intensivierungsstunden“ propagiert. Natur und Technik, das in den Klassen 5-7 die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Informatik, ersetzt wurde als konsequente Problemlösung für ein nicht vorhandenes Problem präsentiert, sollen doch Bayerns Schüler auf diesem Gebiet eher weniger gut abgeschnitten haben. Und Intensivierungsstunden sollen vor allem Sitzenbleiber auffangen, was auch bitter nötig sein wird, wenn G9ler nicht plötzlich ins inkompatible G8 stürzen sollen. So hat übrigens auch der diesjährige, letzte G9-Jahrgang einen ebenfalls neuen Lehrplan (ungeklärt bleibt noch, ob die Fünften nächstes Jahr ebenfalls noch ins G8 eingegliedert werden). In der Geschichte Bayerns das erste Mal, dass ein Jahrgang einen eigenen Lehrplan besitzt. Ein wahres Konglomerat von Lehrplänen also. Neu in der neuen Oberstufe seien ebenfalls die neuen „Seminarstunden“, die mit neuen Arbeitstechniken neue Bereiche wie „Wissenschaftliches Arbeiten“ oder „Hochschule/Arbeitsmarkt“ erschließen soll. Das Abitur wird ja darüber hinaus auch geändert – Leistungskurse werden abgeschafft, Verallgemeinerung des Individuums sei Dank.
Es folgte die Workshop-Arbeit (nicht wie von StD Dr. Tasler zur „Beschäftigungstherapie“ verurteilt, aber vielleicht doch?) als Vorarbeit zur nachfolgenden Podiumsdiskussion. Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, war doch das Publikum überdurchschnittlich gut informiert, zu gut eben, denn beim Blick in die einzelnen Arbeitsräume konnte man immer wieder beobachten, wie das Ministeriumspersonal bei strittigen Fragen zu peinlichen Pausen verstummte. Aber immerhin konnte man ja das meiste noch brav auf die Podiumsdiskussion verschieben und hoffen, dass die Fragen dann vielleicht unter den Tisch fallen würden.
In dieser Diskussion, die sich an die Workshops anschloss, kamen die bekannten Kritikpunkte zur Sprache, auch hier zeigten sich die Anwesenden angriffslustig – rein verbal natürlich. Fragen nach Finanzierung oder Mittagsbetreung führten teilweise auch zu wiedersprüchlichen Aussagen, unliebsame Teilnehmer, die auf eben diese aufmerksam machten, wurden auch ohne Scheu von der Ministeriumssparte abgesägt. Der Lieblingsspruch des Abends war sowieso „Problemlösung vor Ort“.
Wie diese aussehen sollte, wurde dann nicht mehr gesagt, dafür kannte aber jeder auch seine Hand voll Beispiele, wo´s geklappt hat, was natürlich aber dem Ernestinum bei der dann anfallenden mittäglichen Betreung von 1100 Schülern in einer für 600 Personen ausgelegten Halle auch nichts helfen wird. Einzelfälle bestätigen nunmal die Regel.
So durften dann auch die Besucher dieser Informationspropagierung reichlich später als geplant mit der erkennenswerten Erkenntnis, viel gesagt und doch nichts erreicht zu haben, nach Hause gehen. Gut, dass ich das mit der Anmerkung schon oben erledigt habe.
In diesem Sinne.
Christopher Stahl Nach oben
Spiegel-wettb ...
von Hahni
so doch und zwar ich^^ ich bin schon am ausarbeit ...
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von Smithy
Hey, ich finds auch schade, dass es mit dem Forum ...
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von Simi
Herzlichen Glückwunsch an alle Beiteiligten zu de ...
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